Nachtrag: Der Tag der deutschen Einheit


Manchmal muss man an das Gute erinnert werden. Im Laufe des Tages habe ich einen eher fruchtlosen Argumentaustausch auf politik.de 1 geführt. Es gibt immer wieder Menschen die einfach nicht wahrhaben wollen, dass sie einem unmenschlichen System gedient haben. Manche können einfach nicht mehr anders. Sie haben ihr Leben dem System gewidmet und müssen nun mit ihrer Lebenslüge fertig werden. Das gestehe ich auch jedem zu. Was ich nicht nachvollziehen kann ist der Versuch die Geschichte der DDR zu beschönigen, ihren Unrechtscharakter zu verleugnen 2 und mit der gleichen ekelhaften Hassrhetorik gegen politisch Andersdenkende zu hetzen die man längst vergessen glaubte. Es erfüllt mich mit Abscheu und Wut solche Dinge im Jahr 20 nach dem Sturz des Regimes lesen zu müssen und zu wissen, dass diese Menschen andere gequält und missbraucht haben im Namen einer falschen Idee und wahrscheinlich noch heute gern darüber sprechen.

Für mich ganz persönlich ist der Tag der Deutschen Einheit ein Feiertag. Er ist der Beweis, dass sich Freiheit und Fortschritt auf Dauer nicht einsperren lassen. Der schweigenden unzufriedenen Mehrheit wurde in Leipzig und Dresden mit den Demonstrationen eine Stimme gegeben. Trotz aller reaktionären Eliten in der Partei- und Staatsführung erreichten sie die Öffnung des Eisernen Vorhangs, ohne Schießereien, ohne hunderte Verletzte oder Tote.

Er ist ein Feiertag der Freiheit, und gleichzeitig Erinnerung daran, dass Freiheit nicht selbstverständlich ist. Sie wird gern bedroht, mal aus dem einen, mal aus dem anderen politischen Extrem. Vor Allem Menschen denen die heutige Welt zu komplex wird, deren Hirn nicht mehr in der Lage ist alle Facetten zu erfassen, flüchten sich gern in Schwarz-Weiß-Malerei und Verschwörungstheorien. Grundsätzlich sind andere an den eigenen Problemen schuld, mit Vorliebe graue Eminenzen und die üblichen Verdächtigen: Juden, Ausländer, Imperialisten und mit Vorliebe eine Mischung aus allem.3

Die Erinnerung war auch für mich mal wieder notwendig. Danke dafür an einen unbekannten Ewiggestrigen.

Und Danke an das antibuerokratieteam 4 , es ist immer wieder ein Silberstreif am Horizont.

Getaggt mit:
 

Dieses Zitat aus einem Artikel von Freya Klier1 soll einen neuen Themenschwerpunkt einläuten. In den nächsten Jahren wird meine Doktorarbeit zur DDR-Geschichte großen Raum einnehmen und mein Zeitbudget dementsprechend begrenzen. Was liegt dann näher als über die Geschichte der DDR zu schreiben. Vor Allem die totalitären Tendenzen und das kleine, tägliche Unrecht sollen thematisiert werden.

Täglich wird versucht das Geschehen in der DDR zu relativieren, Geschichte umzuschreiben und Zusammenhänge zu verschleiern. Die Menschen die am meisten davon profitieren haben bereits einmal davon profitiert, als Angehörige einer politischen Elite die all das in Anspruch nahm was sie den anderen verwehrte.

Ich möchte mit den Artikeln einen kleinen Beitrag gegen das Vergessen und Relativieren leisten und nebenbei historische Themen bearbeiten die abseits meiner Arbeit liegen und doch einer Bearbeitung harren. Vielleicht kann ich damit ja wichtige Denkanstöße für den Einen oder Anderen liefern. Ich freue mich auf Feedback und eventuelle Themenvorschläge.

Wie es sich für historische Artikel gehört, habe ich WordPress auch mit einem Plug-In2 zur Generierung von Fußnoten ausgestattet. Die verwendeten Quellen finden sich jetzt immer am Ende des jeweiligen Artikels. Vielen Dank an den Entwickler des Plug-In: John Watson.

Getaggt mit:
 

Performance Optimization WordPress Plugins by W3 EDGE

Switch to our mobile site