Klingt erst einmal nach einer absurden Beleidigung entpuppt sich jedoch bei genauerem Hinsehen als wahre Aussage. Der entscheidende Teil des Satzes ist “per definitionem”. Seziert man diese Begriffe nach ihren Bestandteilen wird das ganze etwas klarer:

Nationalisten sind Menschen die die Nation als Grundlage jedes politischen Handelns sehen, die damit verknüpften Begriffe Volk, Territorium und Staatsgewalt können dabei inkludierende und exkludierende Funktionen übernehmen, die Gestalt und Umfang der Nation bestimmen. Jede internationale Zusammenarbeit wird von der nationalen Souveränität beschränkt, unabhängig vom praktischen Nutzen dieser Zusammenarbeit.

Sozialisten sind Menschen die die Gemeinschaft als Grundlage jeden politischen Handelns ansehen. Dabei beschränken sie die Gemeinschaft meist künstlich auf soziale Gruppen oder territoriale Grenzen. Diese Begrenzung ist jedoch insofern künstlich da die Gemeinschaft per se universal ist und auch der sozialistische Anspruch der gerechten Lebensbedingungen für alle.

Jemand der nun Globalisierung und Regionalisierung auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet ablehnt muss ja fast zwangsläufig die Nation als Grundlage des politischen Handelns sehen, wenn gleichzeitig noch eine gerechte sozialistische Umverteilung der Besitzverhältnisse innerhalb dieser Nation gefordert wird wird aus dem Globalisierungsgegner unter dem man landläufig eher einen Kapitalismuskritiker versteht und den man eher dem linken politischen Spektrum zuordnen würde sprachlich ganz schnell ein Nationalsozialist.

Diese semantische Haarspalterei verfolgt nun einen bestimmten Zweck, nämlich die Sensibilität für rhetorische Nebelkerzen zu schärfen. Wenn das nächste mal die Globalisierung oder der Neoliberalismus gegeißelt wird oder aus Menschen die Urheberrechtsverletzungen begehen Raubkopierer sollte man genauer hinschauen was nun eigentlich dahinter steht.

Ebenso sollte sich jeder Kritiker der Globalisierung und Regionalisierung der Frage stellen ob das was er vertritt nicht eigentlich den Zielen die er erreichen will im Wege steht. Vor allem gerechte Lebensbedingungen und auch eine verantwortungsvolle Ordnungspolitik kann nicht mehr nur auf nationaler Ebene stattfinden, sie muss regional im Sinne von Weltregionen erarbeitet werden.

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