Heute hatte ich ein Gespräch mit einem Berufsberater bezüglich meiner weiteren Qualifikation nach dem Abschluss meines Studiums der Geschichtswissenschaften. Er zeigte sich sichtlich erstaunt als ich mitteilte über ein Zweitstudium in Informatik nachzudenken. Wie die meisten Menschen fragte er mich wie ich den von dem einen Fach auf das andere kommen würde. Nun ganz einfach, ein Historiker ist nichts weiter als ein analoger Informatiker erklärte ich ihm. Nach ein paar weiteren Erläuterungen verstand er dann auch was ich damit gemeint hatte.
Die Geschichtswissenschaft hat nun überhaupt nichts mit dem Wissen über zeitliche Abläufe und dem Ansammeln von Faktenwissen wie man es aus der Schule kennt zu tun. In der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Geschichte steht das Sammeln von Informationen im Vordergrund. Diese Informationen werden aus Quellen gewonnen, diese Quellen listen aber nicht hundertprozentig auf was man sucht, manche Dinge muss man sogar durch den umgekehrten Beweis zu Tage fördern.
Das Analysieren der zur Verfügung stehenden Quellen und die Verarbeitung der darin enthaltenen Informationen generiert erst das was man dann am Ende als die Geschichte kennt. Dazu müssen die Informationen in einen Kontext gesetzt werden, angeordnet, und die Beziehungen zwischen den einzelnen Daten begutachtet werden.
Diese grobe Beschreibung trifft im Wesentlichen auch auf die Kernkompetenz des Informatikers zu: Informationen sammeln, in eine Form bringen in der sie weiterverarbeitet werden können und sie am Ende ausgeben so das sie einen Nutzen für den Anwender haben. Der entscheidende Unterschied liegt in der Wahl der Werkzeuge, während ein Computer streng digital und damit logisch rechnet, erlaubt das menschliche Gehirn Unschärfen und Vermutungen die vielleicht nicht der Logik entsprechen, dieses Manko jedoch durch Erfahrung wettmachen. Kein Computer hätte ohne den entsprechenden Input antike Quellen übersetzen und auswerten können, kann dafür jedoch innerhalb von Sekunden tausende Münzen vergleichen und auswerten sowie statistische Zusammenhänge deutlich machen.
Am Ende geht es jedoch stets um Informationsverarbeitung, ob nun mit Hirnschmalz allein oder mit Transistoren die programmiert werden müssen, das Prinzip ist das gleiche.
Also ist ein Historiker ein analoger Informatiker.















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