Sind wir nicht alle ein bisschen Deutschland?

 

Oder warum mir noch keine Wahl so wichtig war. Ich bin vor einer Woche Vater einer wunderbaren Tochter geworden und eigentlich sollte man meinen, dass die Elternschaft dem politischen Aktionismus einen Riegel vorschiebt weil plötzlich alles andere wichtiger ist. Nun ich muss sagen: Dem ist nicht so, heute war ich kurz versucht nach Berlin zu fahren und an meiner ersten politischen Demo überhaupt teilzunehmen: „Freiheit statt Angst“.

Warum „Freiheit statt Angst“?

Ich muss gleich vorweg sagen, das Motto der Demo ist für mich mehr als nur die Reduktion auf die digitale Freiheit. Freiheit statt Angst ist für jemanden der in Sachsen, ehemals Bezirk Leipzig aufgewachsen ist, mehr als das, es ist die Botschaft die hinter dem Fall der Mauer steht.

Ich kenne die DDR nicht mehr richtig, da hatte ich das Glück einer späten Geburt. Was jedoch bleibt ist eine vage Erinnerung an Angst, eine Angst die allgegenwärtig war. Diese Angst lag in der nachgelagerten Betrachtung in einem noch diffuseren Gefühl der Kontrolle begründet, irgendwie fühlte man sich ständig beobachtet.

Unsere Eltern waren unpolitisch, weder in der einen noch in der anderen Richtung engagiert auch wenn beide Kinder getauft wurden. Das war aber kein politisches Statement, das gehörte sich auf dem Dorf eben so. Der Staat in allen Ausprägungen war sehr weit weg, nur bei den politischen Feiertagen oder beim Durchmarsch der GSSD durch den Ort nahm man die große Welt einmal wahr ohne sich dessen bewusst zu sein.

Zwölf Jahre später stand ich im Dienstzimmer eines, in die Bundeswehr übernommenen, ehemaligen NVA-Majors, und schwor „das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“ Weder Freiheit noch Recht sind aktuell in Gefahr, zumindest nicht in Deutschland. Aber die Angst beschleicht einen dann doch immer mal wieder wenn man von Speicherung, Überwachung oder Zugangserschwernis allerorten hört. Das sind alles Vokabeln die seltsam bekannt anmuten, sie vermitteln das gleiche Gefühl.

Freiheit statt Konservierung

Nicht die Angst ist jedoch das Problem, sondern das Gefühl das die Politik versucht Deutschland zu konservieren, alles soll so sein wie immer. Die Tagesschau verkündet das Böse in der Welt und die Bundesregierung präsentiert die Musterlösung noch am selben Abend. Springer macht die Bösen aus und Augstein entlarvt alle die, die Gesetze beugen. Danach schaut man sich noch den Tatort oder, wenn man progressiv ist, einen Film bei den Privaten an. Am nächsten Morgen tritt der brave Arbeiter S. seine Schicht bei Opel II in Bochum an und klotzt 8 Stunden richtig ran bevor er zu den 1,4 Kindern und seiner Frau zurückkehrt.

Gerhard Schröder hat diese heile Welt zerstört weil er mit der Agenda 2010 anerkannt hat, dass es so nicht ewig weiter geht, nur der Rückfall in die „splendid isolation“ hat in vor einer noch kürzeren Amtszeit bewahrt. Die Agenda hat die SPD in die Krise gestürzt aber nur weil sie selber daran zweifelt. Wie soll ich jemandem meine Zukunft anvertrauen der selbst nicht daran glaubt?

Die Diskussion um Datenschutz, Speicherung und Überwachung ist nur ein Symptom, hier sieht sich die neue Bildungselite nur in ihrem eigenen persönlichen Freiraum bedroht. Bisher konnte man der Konservierung noch entfliehen indem man sich eingeloggt hat. Nun soll auch in der dynamischen Netzwelt der Status quo Einzug halten.

Der letzte Staat der versucht hat eine kleinbürgerliche Idylle zu konservieren, ist an seiner mangelnden Innovationfähigkeit zugrunde gegangen. Selbst Manfred Schürer war gezwungen dies einzugestehen. Innovation hat Deutschland nach vorn gebracht, Gründerzeit und goldene Zwanziger ein Erbe hinterlassen von dem wir noch heute zehren. Ohne Freiheit und Innovation wäre das Wirtschaftswunder wohl nicht mal in Ansätzen entstanden. Der direkte Vergleich mit dem unfreien Teil zeigt das recht deutlich.

Diese, sich gegenseitig bedingende Identitätsstiftung im Systemwettstreit ist jedoch Gift in der aktuellen Situation. Nur weil eine Gesellschaftsordnung diesen einen Wettstreit „gewonnen“ hat, heißt dass noch lange nicht das sie sich für alle Zeiten als die bessere erwiesen hat. Sie muss erst einmal beweisen, dass die andere nicht verloren hat danach und dass sie mit den aktuellen Herausforderungen ebenso souverän umgehen kann wie mit den vergangenen.

Dezentralisierung, Freiheit und Fortschrittsglaube waren in schwierigen Zeiten schon immer hilfreiche Werkzeuge. Leider werden diese Werkzeuge immer weiter in den Hintergrund gedrängt zugunsten von Vorsorgedenken und dem Streben nach absoluter Sicherheit. Ein Gesundheitsfonds übernimmt die zentrale Steuerung des Gesundheitswesens, ein Deutschlandfonds die zentrale Steuerung der Kreditvergabe, der Industrieförderung und der Refinanzierung des Bankensektors. Wann wird es den Rentenfonds geben der den Anstieg der Renten bis in alle Ewigkeit garantiert? Ach den gibt es ja auch schon.

Wohin geht die Reise?

Die nächste Bundestagswahl entscheidet zwischen der Konservierung und dem Fortschritt. Das letzte Wahlergebnis wurde so umgedeutet das man noch einmal konservieren konnte. Hoffen wir dass das nächste dieses Missverständnis nicht noch einmal erlaubt. Und wenn es keine Fortschrittspartei gibt, dann sollte man sich wenigstens für die Freiheit entscheiden, finde ich.

Denn ich bin wenigstens ein bisschen Deutschland und ich möchte dass auch meine Tochter das noch sein kann. Wenn sie will.


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Dezentrale Stromversorgung- Ein liberaler Traum?

Die Energieversorgung der Zukunft könnte so aussehen: Dezentrale Kleinstkraftwerke speisen die Netze mit der gerade eben benötigten Elektrizitätsmenge, intelligente Netze messen den Verbrauch und kommunizieren via Internet mit den Nutzern und Lieferanten, alles größtenteils automatisiert gesteuert über den bisher eher ein Schattendasein fristenden Stromzähler im eigenen Haus.

Dezentrale Stromversorgung durch Kleinstkraftwerke

Nach der erfolgreichen Übernahme des Porsche-Konzerns landete Volkswagen einen weiteren Coup um seine Ertragssituation zu verbessern. Mit der Ankündigung in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Ökostromversorger Lichtblick über 100.000 Volkskraftwerke auszuliefern erschließt sich der Konzern ein völlig neues Geschäftsfeld, unabhängig von Abwrackprämie und CO2-Grenzwerten.

Diese sogenannten Volkskraftwerke sollen dabei in den Kellern von ganz gewöhnlichen Einfamilienhäusern stehen. Sie erzeugen dann aus Erdgas Strom und Wärme für das Haus, das Herzstück des Systems bilden die bekannten „EcoBlue“-Motoren von VW in einer Gasvariante.

Die entscheidende Neuerung ist jedoch die Art der Kontrolle: Die Volkskraftwerke werden zentral von Lichtblick gesteuert, in Zeiten erhöhten Strombedarfs oder penetranter Windstille können die kleinen Stromerzeuger zu Schwarmkraftwerken zusammengeschaltet werden. Diese können dann innerhalb von Minuten die benötigte Energie bereitstellen. Herkömmliche „Schattenkraftwerke“ die nur betrieben werden um Stromspitzen auszugleichen benötigen dazu zwischen 8 Stunden( Braunkohle) und einem Tag (Atomkraftwerk).

Der Hausbesitzer gibt also die Kontrolle über das Gerät in seinem Keller an Lichtblick ab, damit er trotzdem stets ein warmes Haus und warmes Wasser in der Wanne hat werden die Kraftwerke mit großen Pufferspeichern ausgestattet. Außerdem laufen die Kraftwerke auch bei Eigenbedarf an, es muss also niemand warten bis er wieder warmes Wasser hat.

Das als Schwarmstrom bezeichnete Konzept soll in der letzten Ausbaustufe mit 100.000 Kraftwerken dann zwei Atomkraftwerke ersetzen können. Die kleinen Kraftwerke im Eigenheimkeller sollen zusammen dann 2000MW produzieren. ( Quelle: Hintergrundinformationen zu Schwarmstrom).

Das intelligente Stromnetz

Um dieses dezentrale Kraftwerk jedoch zu seiner höchsten Effizienz zu treiben benötigt der Energieversorger möglichst genaue Daten über Spannungen und Verbräuche im Netz. Eine Vorlaufzeit von zwei Minuten soll zwar ausreichen um die Kraftwerke anzufahren, diese Vorlaufzeit muss jedoch auch erst einmal durch geeignete Meßverfahren erarbeitet werden.

Eine Lösung bieten hier die sogenannten SmartGrids, diese „intelligenten Stromnetze“ messen über unzählige Sensoren den aktuellen Betriebszustand. Leckströme, Spannungsspitzen und eventuelle Schäden sollen so schnell erkannt und dementsprechend schnell auch behoben werden.

Dazu sind jedoch massive Investitionen in die Netzinfrastruktur notwendig, neben den Leitungen und Sensoren müssen auch alle Umspannwerke, Relaisstationen und Übergabepunkte erneuert werden. Das gesamte Stromnetz muss von seiner hierarchischen auf eine dezentrale Struktur umgestellt werden.

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Quelle: http://www.abb.de/cawp/seitp202/bc0f19f923b6113cc125755b0058a250.aspx

IN den USA wird dieser Netzausbau durch SilverSpring Networks vorangetrieben, aber auch Siemens, Microsoft und Google beteiligen sich an dem Projekt, das mittlerweile massiv durch den amerikanischen Staat gefördert wird. In den europäischen Staaten streitet man sich noch über die richtige Technik.

Hier sollen vor allem PLC-Netze zum Einsatz kommen. Diese Power Line Carrier Communications sind vergleichbar mit den aus dem Heimbereich bekannten Powerline-Netzwerkadaptern. Sie haben den Vorteil das nur geringe Netzwerkinvestitionen notwendig sind, die Adapter würden das Stromnetz nur zur Datenübertragung nutzen. Bandbreite und Regelungsmöglichkeiten sind dadurch jedoch stark limitiert. PLC ist technisch in etwa auf dem Stand von BTX im Vergleich zu den SmartGrids.

Der Stromwächter im Keller

Das intelligente Netz kann allerdings nur funktionieren wenn an den Abnahmepunkten in den Unternehmen und Haushalten Stromzähler installiert sind die den reellen Verbrauch messen und melden können.

Google hat dazu auch in Deutschland einen Partner gefunden: YelloStrom bietet den Online-Stromzähler bereits in Deutschland an, lobenswerterweise sogar ohne Bindung an den Stromlieferanten. Größter Vorteil für den Endverbraucher ist die Transparenz, er kann nun online seinen Stromverbauch ablesen und damit Stromfresser innerhalb weniger Tage ausfindig machen. Ebenso wird damit Bewusstsein für den Verbrauch und die entstehenden Kosten geschaffen. Eine mögliche Lösung wäre eine solche GreenBox.

Der Stromzähler soll später aber noch mehr können als nur messen und melden, die Internetverbindung soll ebenfalls dazu genutzt werden den jeweils günstigsten Stromanbieter zu finden. Ähnlich wie die SmartSurfer für Modemverbindungen sollen so aktiv Kosten gesenkt werden. Damit würden die Preisschwankungen an der Strombörse auch an den Kunden weitergegeben werden.

Ein liberaler Traum?

Insgesamt also rosige Aussichten könnte man denken. Strom wird billiger, sauberer und effizienter. Warum haben wir das nicht schon gemacht? Zum Beispiel mit den Mitteln der Abwrackprämie. Ganz so einfach ist es dann wieder nicht. Vor allem die großen Stromkonzerne, allen voran die Atomkraftwerksbetreiber stehen diesen Ideen eher skeptisch gegenüber.

Dabei geht es weniger um eine umweltpolitische Präferenz sondern eher um ein technisches Problem. Atomkraftwerke lohnen sich nur im Betrieb als Grundlastkraftwerke mit stabilem Verbrauchsniveau, eine dezentrale Verteilung macht sie ineffizient. (Hintergrund) Gleichzeitig muss bei Netzausfall, Erzeugerausfall oder plötzlicher Flaute eine stabile Energieversorgung sichergestellt werden, ein Ausbau der Pumpspeicherwerke ist wohl unvermeidlich und ebenfalls mit hohen Kosten verbunden.

SmartGrids werden aktuell massiv durch den amerikanischen Staat gefördert. Präsident Obama will mit den neuen Netzen bis zu 15% des amerikanischen Strombedarfs einsparen, neben den gesparten Kosten natürlich auch ein dickes Plus in der amerikanischen Umweltbilanz. Laut Google PowerMeter schlägt jede verbrauchte Kilowattstunde mit 712g CO2 zu Buche. Bei einem US-Jahresverbrauch von 1140 Terawattstunden kann man die Dimensionen leicht erahnen. Dazu muss man aber auch sagen, das dass amerikanische Stromnetz bei weitem sanierungsbedürftiger als jedes mitteleuropäische ist. Die Investitionen würden also in jedem Fall anfallen, eine Entscheidung für eine Zukunftstechnologie ist da wohl nur folgerichtig.

Diese völlige Neuordnung der Stromversorgung wird wohl noch auf sich warten lassen. Vor allem bei der sich abzeichnenden Laufzeitverlängerung für die Kernkraftwerke, sind die Investitionen noch lange nicht wirtschaftlich. Bis dahin wäre es schön wenn die Deutschen einmal anfangen würden ihre Marktmacht zu nutzen und wenigstens stets den günstigsten Stromanbieter wählen würden.

Von den Parteien braucht man gar nicht sprechen, einzig bei den Grünen finden sich Äußerungen zur dezentralen Energieversorgung. Die FDP hält sich wohl im Hinblick auf den impliziten Atomausstieg dezent zurück. Eine Fortschrittspartei, die diese Themen aufgreifen würde gibt es so in Deutschland nicht.


Steinmeier und die Medien

Frank-Walter Steinmeier geriert sich gern als die echte Alternative zu einer im „weiter so“ verharrenden Kanzlerin. Die Äußerungen zu seinen medienpolitische Plänen fanden jedoch gerade in den neuen Medien eher ein geteiltes Echo. Auf folgende Punkte möchte ich besonders hinweisen:

1. Ein zeitgemäßes Medienkonzentrationsrecht, das vor allem auch der Entwicklung der Speichermedien (on demand) Rechnung trägt und neue Vermachtungsstrukturen (Google und Co.) klein hält.

2. Erleichterungen im Pressefusionsrecht für die Zeitungen sowie die Einführung eines Leistungsschutzrechts für Verlage im Urheberrrecht, damit kostspielig erstellte Inhalte nicht beliebig kostenlos kommerziell verwertet werden können.

3. Ein Rechtsrahmen für Internetangebote, der sicherstellt, dass die sich heute schon abzeichnenden und die schon realisierten Möglichkeiten des Missbrauchs die positiven Möglichkeiten nicht verdunkeln. (Quelle: siehe Link oben)

Da waren sie wieder die Überzeugungen von Menschen die selbst wohl noch nicht im Internet waren, deren Facebook-Accounts gemanaged werden und die den Wahlkampf im Internet führen müssen weil man das eben heute so macht.

Das könnte man so glauben, vor allem nach den üblichen Äußerungen der letzten Zeit aus diesen Kreisen. Ich habe mich da aber an einen anderen Aspekt erinnert der vor allem die ersten beiden Punkte in ein etwas anderes Licht taucht.

Die SPD als Medienunternehmer

Die SPD besitzt über ihre Medienholding DDVG Anteile an fast allen regionalen Tageszeitungen. Diese Verlagsholding hat in den letzten Jahren mit ihren Gewinnen für ein sattes Plus in der Parteikasse gesorgt. Im Jahr 2008 gingen 8,1 Mio. € nach Steuern an die SPD, im Jahr davor waren es sogar 11,4 Mio. € (Quelle: manager-magazin.de). Über diese Holding verfügt die SPD über große Anteile an der Frankfurter Rundschau, Regionalzeitungen aus Franken, Sachsen und Schleswig-Holstein.

Nicht nur die Sächsische Zeitung aus Dresden oder der Nordbayrische Kurier aus Bayreuth gehören zur Holding, über die Verlagsgesellschaft Madsack aus Hannover ebenfalls noch die Leipziger Volkszeitung und die Hannoversche Allgemeine. Diese Gesellschaft hält außerdem noch Anteile an AZ Media TV (90%), einen wichtigen Inhaltslieferanten für Reportagen vor allem für die  RTL-Group sowie Anteile an mehreren regionalen Radiosendern.

Insgesamt ist die Medienholding wohl schon öfter in der politischen Kritik gewesen, der Link „Behauptet wird… wahr ist…“ ist ein Versuch der Kritik pro aktiv zu begegnen. So richtig überzeugt die Argumentation nicht, gerade diese Rechtfertigung hinterlässt einen faden Beigeschmack. Das komplette Organigramm der Holding offenbart auch ein weitverzweigtes Geflecht an Beteiligungen.

Keine Propagandamaschine

Damit soll nicht erneut eine politische Einflussnahme vermutet werden, diese ist durch die aktuellen kartellrechtlichen Bestimmungen nahezu ausgeschlossen. Mir geht es hier darum deutlich zu machen das der Kanzlerkandidat der SPD aktiv eine Veränderung dieser kartellrechtlichen Bestimmungen fordert und unabhängige Konkurrenz wörtlich „klein“ halten will. Wenn der SPD jetzt schon die Mitglieder weglaufen muss man wenigstens die anderen Einnahmequellen sichern. Eine derartige Einflussnahme zum eigenen wirtschaftlichen Vorteil steht gerade Sozialdemokraten wohl eher nicht gut.

Es soll hier explizit nicht vor den politischen Gefahren einer oligopolen Presselandschaft gewarnt werden, diese Schlussfolgerung mag jeder für sich selber ziehen. Es geht vor allem um die Doppeldeutigkeit des Medienpolitischen Programms. Unter dem Deckmantel des Bestandschutzes des öffentlichen Diskurses wird knallharte Machtpolitik zur Durchsetzung der eigenen unternehmerischen Ziele betrieben. Da hilft auch die Zitation von Habermas nicht viel, ebenso wenig der Hinweis auf die Rolle der Medien in der politischen Wende von 1989.

Wenn man schon als Unternehmer in der Marktwirtschaft agiert dann sollte man auch den Markt erhalten wollen. Die Aussagen des Kanzlerkandidaten lassen aber die Vermutung zu, dass hier das politische Gewicht genutzt werden soll um mehr Einfluss am Markt zu haben.

Blumig wird im Medienpoltischen Programm die Funktion der Medien und das Marktversagen beschrieben, dieses Marktversagen scheint aber vor allem die Medien der DDVG zu betreffen, deren Überschüsse trotz massiver Internetpräsenz immer weiter absinken. Hier soll es nun die staatliche Regulierung richten. Eine ehrliche Politik sieht anders aus.



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